Grüße von Flora und Fauna

 

Unsere tierischen Besucher

 

Wer am Hang wohnt, bekommt manchmal Besuch, mit dem man nicht rechnet.

Kurz nachdem ich das Haus gekauft hatte, entdeckte ich einen Feuersalamander auf unserer Außentreppe. Ich habe bis heute keinen zweiten mehr gesehen. Gerade deshalb ist mir diese Begegnung besonders in Erinnerung geblieben.

Ein anderes Mal lief mir eine Schildkröte zu. Da sich trotz Aushängen niemand meldete, richtete ich ihr ein schönes Gehege ein und informierte mich gründlich darüber, was sie alles braucht.

Sie bedankte sich auf ihre Weise.

Eines Tages war sie einfach verschwunden.

Die kleine Ausbrecherin hatte beschlossen, ihr Leben wieder selbst in die Hand – beziehungsweise in die Füße – zu nehmen und war aus ihrem Gehege verschwunden.

Ich hoffe bis heute, dass sie irgendwo einen schönen Platz gefunden hat.

 


 

Die kleinen Wintergäste

 

Zweimal im Jahr freue ich mich auf ganz besondere Besucher.

Für drei oder vier Tage taucht plötzlich ein ganzer Trupp osteuropäischer Schwanzmeisen an unseren Futtersäulen auf. Sie futtern sich ausgiebig satt, zwitschern den ganzen Hang fröhlich zusammen und verschwinden dann genauso plötzlich wieder, wie sie gekommen sind.

Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich darauf.

Es fühlt sich ein bisschen so an, als würden alte Bekannte auf ihrer langen Reise kurz Hallo sagen.

 


 

Ein ganz besonderer Hausgast

 

Vor einiger Zeit verbrachte ein junger Rotkehlchen-Ästling seinen allerersten Tag außerhalb des Nestes ausgerechnet auf dem kleinen Plateau direkt vor unserem Hauseingang.

Genau dort laufen natürlich alle Gäste vorbei.

Also hängte ich kleine Hinweise auf der Treppe auf und bat alle, besonders aufmerksam zu sein und dem kleinen Vogel möglichst viel Platz zu lassen.

Alle machten mit.

Der kleine Ästling konnte seinen ersten Tag in aller Ruhe verbringen und wurde den ganzen Tag über von seinen Eltern versorgt.

Ich fand es schön zu sehen, wie selbstverständlich alle Rücksicht genommen haben.

 


 

Frühstück mit Rehen

 

Wenn ich morgens aus dem Schlafzimmerfenster schaue, weiß ich nie so genau, wer mich heute begrüßt.

Einmal stand dort direkt vor dem Fenster ein Reh und knabberte seelenruhig an den Brombeerblättern.

Auch meine Tochter hat schon mehrfach eine Rehfamilie mit ihrem Kitz ganz in der Nähe unseres Hauses entdeckt.

Solche Begegnungen dauern meistens nur wenige Minuten.

Aber sie erinnern mich jedes Mal daran, wie besonders dieser Ort eigentlich ist.